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Kantonschule Enge

Zürich

Kantonsschule Enge
Steinentischstrasse 10
8002 Zürich
Tel. 044 286 76 11
 

Modische Gürtel und Kultgetränke

Region: Schülerinnen und Schüler der Handelsmittelschule Enge gründen «Miniunternehmungen»

Erschienen am 08.06.05 in der Zürichsee-Zeitung linkes Ufer

 

Am Projekt «Young Enterprise Switzerland YES!» sind Schüler der Handelsmittelschule an der Kantonsschule Enge, die am linken Zürichseeufer wohnen, beteiligt. Die Aufgabe besteht für die Jugendlichen darin, ein innovatives und noch nicht auf dem Markt vorhandenes Produkt zu kreieren und dieses zu produzieren und zu verkaufen. Dazu gründen sie «Mini-Aktiengesellschaften».

Daniel Koch

Dank dem Projekt «YES!», das in dieser Form in vielen weiteren europäischen Ländern durchgeführt wird, bekommen die Schülerinnen und Schüler neben ihrer theoretischen Ausbildung auch Einblicke in die Praxis. Die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer müssen sich und ihre Produkte selbst am Markt positionieren. Das bringt viel Erfahrung und Motivation für die Zukunft. Insgesamt acht «Mini-AGs» wollen die Schüler der beiden zweiten Handelsschulklassen gründen und verkaufen Partizipationsscheine im Gesamtwert von 3000 Franken. Die Businesspläne liegen bereits vor.

Trendige Hüftgürtel von «Kidney»

 

Die 18-jährige Alexandra Romer aus Adliswil ist die Verkaufsleiterin der Firma Kidney AG. Sie und ihre fünf Geschäftspartnerinnen und -partner haben ein Produkt entwickelt, dessen Grundidee aus Australien stammt. Ihr Produkt, das «Kidney», sei ein «gestyltes Textil-Accessoire für den Hüftbereich», erklärt Alexandra Romer. Der schlauchartige Textilgürtel eigne sich für alle Jahreszeiten und werde in den verschiedensten Trendfarben angeboten, preist die Verkaufsleiterin das modische Teil an. Und für Wünsche, was Farbe und Design anbelange, habe man ein offenes Ohr. Sonderanfertigungen wären kein Problem für Kidney. Der CEO der Firma, Jean Kündig aus Rüschlikon, sagt, man habe bei der Frauenzentrale Winterthur bereits 50 Stück produzieren lassen. Für 15 Franken sollen die Stoffgürtel nun in den Verkauf gelangen. Ob dem Teil Erfolg beschieden sein wird, soll sich in den nächsten Wochen zeigen. Marktabklärungen und Umfragen bei Passanten hätten ergeben, dass mit dem Hüftgürtel durchaus ein Bedürfnis befriedigt werden könne, gab sich Alexandra Romer sehr zuversichtlich. Der Gürtel komme an. Den Gewinn wolle man zu einem Teil reinvestieren, um das Produkt weiter zu entwickeln. Produktinnovationen sind schon in der Pipeline. Die Kidney AG testet Modelle mit «Strassbesatz», Batikfarben und Stickereien. Zum anderen Teil werde man damit die angefallenen Produktionskosten berappen, sagte Jean Kündig.

Kultgetränke von F.D.I.-Import

 

Pascal Affolter aus Oberrieden ist «Leiter Finanzen» der Firma Foreign Drinks Import (F.D.I.) Die Unternehmung, deren Bücher der Handelsschüler führen soll, hat sich zum Ziel gesetzt, ausländische Limonaden und Energy-Drinks in die Schweiz zu importieren. Ob damit die Zielvorgabe von «YES!» tatsächlich erfüllt ist, wird sich weisen müssen, schliesslich ist das Produkt weder neu, noch wird es selbst produziert. Immerhin dürfte der Absatz keine allzu grossen Schwierigkeiten bereiten. Das «IRN-BRU» (Iron Brew) sei das britische Kultgetränk schlechthin, sagt der CEO der Firma, Michel Hugentobler aus Kilchberg, zur koffeinhaltigen Limonade. Eine andere Limonade, die von F.D.I. angeboten wird, trägt den Namen «Jolt-Cola» und wird vor allem in amerikanischen Klubs gerne konsumiert. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Cola liefert dieses Getränk den doppelten Koffeinschub, deshalb will F.D.I. den Drink in hiesigen Klubs und Bars lancieren, ist dem 20-seitigen Business-Plan zu entnehmen. Ziel der Firma ist es, eines Tages einen wichtigen Anteil im schweizerischen Importgetränkemarkt einzunehmen und für alle Produkte Exklusivverträge auszuhandeln. Die Firma Kidney AG veröffentlichte derweil in ihrem ebenfalls 20 Seiten starken Business-Plan bereits konkrete Zahlen. Man rechnet dort mit einem Gesamtumsatz von 1050 Hüftgürteln. Das Projekt «YES!» ist auf ein Jahr befristet, danach gehen die Firmen voraussichtlich in Liquidation.

© Zürichsee-Zeitung linkes Ufer; 08.06.2005